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22. Mai 2012
Deutscher Phantastik Preis 2012: Nominierungsrunde gestartet
Die Nominierungsrunde zum Deutschen Phantastik Preis 2012 ist gestartet. Ab sofort kann jeder in den vorgegebenen Kategorien Vorschläge abgeben. Wie im Vorjahr hat eine Jury auch diesmal eine Vorschlagsliste erarbeitet: Andreas Eschbach ist mit seinem Roman "Herr aller Dinge" in der Kategorie Bester deutschsprachiger Roman nominiert.
22. Mai 2012
Österreichischer Buchliebling 2012 - Die Nominierten
Greg hat es schon wieder getan! Jeff Kinneys Bestseller "Gregs Tagebuch" wurde auch dieses Jahr für den Österreichischen Buchliebling 2012 nominiert und das gleich zweimal. Doch damit nicht genug. Auch das Bilderbuch "Die kleine Spinne Widerlich" von Schauspielerin Diana Amft kann sich über eine Nominierung freuen!
Bastei Entertainment setzt weiter auf das Motto „Digital first“
Mit SURVIVOR startet eine neue zwölfteilige Serie, die an die Erfolge von APOCALYPSIS anknüpfen wird.
Schülerzeitungswettbewerb: Kreative Redakteure gesucht
Der Baumhaus Verlag ist auf der Suche nach kreativen Schülerzeitungs-Redakteuren und veranstaltet einen Schreibwettbewerb: Gesucht werden originelle Beiträge zu dem neuen Roman »Die wilden Kerle 2.0 - 2.01 Donnerschlag« von Bestseller-Autor Joachim Masannek.
Andreas Eschbach gewinnt den Kurd-Laßwitz-Preis 2012!
Herr aller Dinge von Bestseller-Autor Andreas Eschbach, hat den wichtigsten Literaturpreis in der deutschensprachigen SF-Szene gewonnen. In der Kategorie Romane, räumt der Bastei Lübbe Autor den Kurd-Laßwitz-Preis, mit 30 Punkten Vorsprung zum 2. Platz, ab.
07. Mai 2012
"Thor" und "Apocalypsis I" gewinnen RPC Fantasy Award
Gleich zweimal konnte Bastei Lübbe bei den RPC Fantasy Award abräumen.
02. Mai 2012
Bastei Lübbe gründet Beirat
Stefan Lübbe hat für seine Verlagsgruppe einen Beirat gegründet. Professor Dr. Gordian Hasselblatt, Professor Dr. Michael Nelles und Dr. Friedrich Wehrle sind die drei berufenen Beiratsmitglieder, die bereits zum 1. April 2012 ihre Arbeit aufgenommen haben.
„Lassiter“ feiert 40-jähriges Jubiläum – Jetzt gibt es die Romanserie auch als E-Book
Die beliebten Romanheft-Helden John Sinclair, Jerry Cotton und Maddrax behaupten sich nun schon länger auch auf dem E-Book-Markt. Seit heute reiht sich ein weiterer Abenteurer dazu: Lassiter. Denn die Westernromanserie, die seit den 70er Jahren erfolgreich wöchentlich im Printformat erscheint, veröffentlicht Lübbe Digital jetzt auch als E-Book.
Im Interview: Sarah Lark
Sarah Lark schreibt einen Bestseller nach dem anderen und im April ist ihr neuer Neuseeland-Roman "Die Tränen der Maori-Göttin" erschienen. Im Interview erzählt die Wahl-Spanierin unter anderem was ihr Geheimrezept ist, wie sie mit dem Erfolgsdruck umgeht und was sie inspiriert.
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Interview mit Jodi Picoult
Ein Gespräch mit Bestsellerautorin Jodi Picoult über ihren neusten Roman "Zerbrechlich".
Die Idee für "Zerbrechlich" kam mir durch einen Zeitungsartikel über "ungewollte Geburt", den ich zufällig gelesen habe: Eine Mutter in New York hatte kurz zuvor eine Schmerzensgeldklage in Millionenhöhe gegen ihren Gynäkologen gewonnen, nachdem ihr Sohn mit schweren chromosomalen Schäden geboren worden war. Aus dem Artikel war klar ersichtlich, dass sie das Kind von ganzem Herzen liebte, aber um an die finanziellen Mittel zu kommen, um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen, musste sie der Welt sagen, dass sie den Fötus abgetrieben hätte, hätte sie die Gelegenheit dazu bekommen. Dieses ethische Problem hat mich zum Nachdenken angeregt: Was, wenn ihr Kind nicht schwer geistig behindert gewesen wäre, sondern nur körperlich? Was, wenn ihr Kind im Gericht hätte HÖREN können, wenn sie sagt, sie wünsche, es wäre nie geboren worden?
Das hat mich dann auf Osteogenesis imperfecta gebracht. Auch unter dem Namen "Glasknochenkrankheit" bekannt, handelt es sich dabei um eine genetisch bedingte Knochenkrankheit; die Knochen der Betroffenen sind stark geschwächt, sodass sie leicht brechen. Die Ursache ist eine Mutation jenes Gens, das für die Kollagenproduktion im Knochen verantwortlich ist. Insgesamt gibt es acht Typen von OI, die von tödlich bei der Geburt bis hin zu einem gemäßigten Krankheitsverlauf mit wenigen Symptomen reichen. Ein Mensch mit schwerer OI kann unter Hunderten von Brüchen in seinem Leben leiden und muss mit einer verkürzten Lebensspanne rechnen. Weitere Symptome sind eine kleine Statur (Menschen mit schwerer OI werden in etwa drei Fuß groß – knapp über einen Meter), Gehörverlust, Rückgratverkrümmung, Atemprobleme und Gelenk- sowie Muskelschwäche. Körperlich gesehen ist das ein äußerst schwerwiegendes Krankheitsbild; aber geistig sind Menschen, die unter OI leiden, vollkommen normal. Viele Kinder mit OI sind sogar klüger als ihre gleichaltrigen Spielkameraden, weil sie weit mehr lesen, wenn sie nach einem Knochenbruch mal wieder nicht laufen können.
Aus Recherchegründen habe ich versucht, ein kurzes Stück in den Schuhen einer Mutter zu gehen, deren Kind unter OI leidet, indem ich mehrere betroffene Familien besucht habe. Das erste Mädchen mit OI, das ich kennengelernt habe, leidet unter der Krankheit vom Typ I – einer harmloseren Form –; trotzdem hat sie sich in acht Jahren fast fünfzig Knochen gebrochen, weil ihre Eltern wollten, dass sie so normal wie möglich lebt. Anstatt sie auf allen Vieren laufen zu lassen, um ihre Aktivitäten einzuschränken, erlaubten sie ihr alles, was sie wollte ... wohl wissend, dass das zu Knochenbrüchen führen würde. Ich erinnere mich daran, Rachel – so heißt das Mädchen – gefragt zu haben, wie es sich anfühlt, wenn das passiert. „Es fühlt sich wie ein Blitz unter meiner Haut an“, hat sie gesagt, und ich erkannte, dass der Schmerz, den diese Kinder fühlen, nicht anders ist als der, den auch wir empfinden, wenn wir uns einen Knochen brechen – nur dass ihnen das wesentlich häufiger passiert. Von Rachel zog ich dann weiter zu Kindern mit OI vom Typ III, der schwersten Form, die nicht direkt bei der Geburt tödlich ist. Ich erinnere mich an das Blitzen in den Augen der fünfjährigen Hope, als die Kellnerin in einem Restaurant sie aufgrund ihrer Körpergröße für ein Baby gehalten hat, und an den Schmerz in der Stimme von Jonathans Mom, als sie mir erzählt hat, wie sie ihn manchmal im Stich lassen und einfach nur weglaufen wollte, weil sie Angst hatte, ansonsten der Grund für einen weiteren Knochenbruch zu sein. Während eines Besuches bei Matthew hat seine Mutter mich gebeten, ihn aus seinem Kindersitz im Auto zu nehmen ... und ich bin in Panik geraten. Was, wenn ich diejenige war, die ihm diesmal einen Knochen brach? Genau das ist es, so wurde mir bewusst, was diese Eltern Tag für Tag durchmachen müssen.
Die Kinder mit OI, die ich kennengelernt habe, waren allesamt süß, klug, einnehmend und liebenswert – und weit mehr als die Summe ihrer Behinderungen. Das wurde mir besonders am Fall einer jungen Frau bewusst, die meine technische Beraterin bei ZERBRECHLICH geworden ist. Als ich sie gefragt habe, was die Menschen über OI wissen sollten, hat sie geantwortet, OI sei eine herausfordernde und schmerzhafte Krankheit, die aber keineswegs zwingend Grund für ein tragisches Leben sei. Die liebevollsten Erinnerungen ihres Lebens stehen allesamt genauso mit OI in Verbindung wie die medizinischen Probleme. Auch hat sie mir erklärt, dass kein Kind OI allein erleide; die Krankheit betreffe Familie und Freunde ebenso.
Viele Menschen schrecken vor einem Kind im Rollstuhl zurück; aber wenn man ein wenig Zeit mit OI-Kindern verbringt, staunt man nicht darüber, wie anders sie im Vergleich zu anderen Kindern sind, sondern darüber, wie viel sie gemeinsam haben. Sie erzählen dieselben Witze, jammern über viel zu lange Autofahrten und hassen Brokkoli. Aber sie wissen auch über Dinge Bescheid, die gesunde Kinder nicht kennen: Schienen, Stützgestelle, Parathormoninfusionen und Marknagelungen. Und wenn man sie mit ihren Eltern zusammen sieht, erkennt man, dass ihre Väter und Mütter genau wie der Rest von uns sind: Sie tun einfach alles, um ihren Kindern das bestmögliche Leben zu ermöglichen.
Selbst wenn das bedeutet, einen Richter und die Geschworenen anlügen zu müssen.
Und plötzlich kann man gar nicht mehr so genau sagen, ob das rundweg falsch ist ... oder auf eine unmögliche Art richtig.
Nun, mir persönlich fällt es wesentlich schwerer, einen platten Charakter zu kreieren, der entweder Held oder Schurke ist. Die meisten von uns sind doch eine Mischung aus beidem, nicht wahr? Charlotte ist hier das beste Beispiel: jemand, der etwas ganz Unmögliches tut, aber aus den richtigen Gründen. In dieser Hinsicht erinnert sie mich ein wenig an Nina Frost aus DIE MACHT DES ZWEIFELS. Man will sie hassen ... aber kann man wirklich behaupten, an ihrer Stelle nicht wenigstens darüber nachzudenken, genauso zu handeln? Meiner Meinung nach besteht Charlottes tragischer Fehler darin, dass sie ihr Ziel, Willows Leben so einfach wie möglich zu machen, derart engstirnig verfolgt, dass der Rest ihres Umfelds dabei auf der Strecke bleibt – ihre Familie und Freunde.
Bevor ich geheiratet habe, hatte ich das Glück eine Mitbewohnerin zu haben, die zu einer meiner besten Freundinnen geworden ist. Heute arbeitet Kathie als Eventmanagerin am Smithsonian; davor ist sie jedoch auf eine Kochschule gegangen. Als mir klar geworden war, dass Charlotte Bäckerin sein würde, habe ich mich an sie gewandt und sie um Hilfe gebeten. Charlotte, als Bäckerin, glaubt, dass die Summe der Zutaten mehr ist als die einzelnen Bestandteile – das trifft dann auch für Willow zu, die für sie mehr eine Aneinanderreihung von Augenblicken ist, wenn sie sich einen Knochen bricht, operiert wird oder Rehabilitationsmaßnahmen über sich ergehen lassen muss. Ich backe (viel zu viel, wenn Sie meinen Mann fragen, der ständig flucht, wenn mal wieder ein dampfendes Backblech in der Küche steht, dessen Inhalt er gezwungen wird zu essen), und oft fallen mir Backmetaphern ein. Ich wollte Charlottes Kochbuch zu einer Sammlung dieser Begriffe machen – mit begleitenden Rezepten. Also habe ich Kathie eines Tages eine Liste mit Worten wie "gehen lassen", "unterschlagen" und dergleichen gemailt und sie gebeten, Rezepte zu kreieren, in denen diese Begriffe vorkommen. Ich muss gestehen, dass ich selten mit so etwas Köstlichem gearbeitet habe ... Ich habe jedes einzelne Rezept im Buch nachgebacken.
Während meiner Nachforschungen bei einer Kinderpsychologin habe ich erfahren, dass Autoaggression bei Pubertierenden häufig mit Bulimie einhergeht. Offensichtlich hat Bulimie mit jeder Menge Selbsthass zu tun ... und da passt Autoaggression natürlich rein. Geschwister von behinderten Kindern sind jedoch keineswegs immer wie Amelia – Gott sei Dank –, und ich hoffe, die meisten Familien schaffen es besser als die O’Keefes, die nichtbehinderten Geschwister zu integrieren. Für Amelia bedeutet eine behinderte Schwester, dass sie selbst das Gefühl hat, versagt zu haben (zum Beispiel in Disneyworld), und dass für ein nicht perfektes Kind die Latte in diesem Haushalt verdammt hoch liegt (jedenfalls interpretiert Amelia die Klage ihrer Mutter so).
Ich konnte mit jedem Charakter in diesem Buch mitfühlen. Meiner Meinung nach vertritt jeder einen nachvollziehbaren Standpunkt. Also kann ich wohl sagen, dass ich mich zu unterschiedlichen Zeiten auf die Seite von jedem geschlagen habe!
Ich wollte schon immer ein Buch aus der Ich-Perspektive schreiben, aber das ist ziemlich schwer und bedarf der richtigen Art von Geschichte. Weil das ganze Buch sich außerdem um Willow dreht, wollte ich, dass sie ständig präsent ist – daher die Struktur. Dazu kam, dass diese Charaktere aufgrund ihres Verhaltens das Recht haben sollten, sich Willow gegenüber zu erklären. Aber ich wollte auch, dass der Leser sich mitten in diese Art von Kontroverse versetzt fühlt, und diese Erzähltechnik spricht nicht nur Willow, sondern auch den Leser direkt an.
Tatsächlich stelle ich mir eher meine Leser in der Rolle der Geschworenen vor. Als Schriftstellerin ist es mein Job, alle Seiten der Geschichte zu beleuchten und es dann dem Leser zu überlassen, anhand der Beweise zu entscheiden, was richtig ist und was falsch. Was das Geschworenenurteil in diesem konkreten Fall betrifft, so war das nicht so wichtig für mich, wie die Wendung am Schluss der Geschichte; aber damit es zu dieser letzten Wendung kommen konnte, musste ein bestimmtes Urteil gefällt werden ... Mehr will ich aber nicht dazu sagen, sonst verrate ich noch alles!
Weil der Leser als Willows "Stellvertreter" im Buch fungiert. Da die Charaktere ihre Taten dir erklären, wird der Leser Teil der Geschichte, aber trotzdem ... Nachdem jeder Charakter im Buch erklärt hat, wie er über die Klage denkt, hielt ich es für angebracht, den Leser direkt von Willow hören zu lassen, wie sie das Ganze empfunden hat.
Ja, ich kenne das Ende schon vor dem ersten Wort, und das trifft auch in diesem Fall zu. Ich halte "Zerbrechlich" für das traurigste Buch, das ich je geschrieben habe – und wenn ich das sage, will das schon was heißen! Das Ende stand jedoch nie zur Debatte, denn darin verbirgt sich eine kleine moralische Lektion. Nicht umsonst heißt es ja: "Pass auf, was du dir wünschst."

